Tapete falten – das liegt nahe. Aber Tapete nähen?
Das habe ich für diese neue Variante meiner Tapetenschatz-Reihe ausprobiert.
Nach meinen größeren Geschenkhüllen entstehen kleine, flache Hüllen von den übriggebliebenen Tapeten-Reststücken. Gerade groß genug für die Kleinigkeiten, die manchmal eine ganz besondere Verpackung verdienen.
Und diesmal spielt nicht nur das Tapetenmuster die Hauptrolle, sondern auch die Naht.
Tapete unter der Nähmaschine
Tapete ist natürlich kein Stoff – und genau das macht das Nähen für mich so spannend.
Die gefalteten Tapetenstücke werden mit der Nähmaschine zusammengenäht. Dadurch entsteht nicht nur eine stabile kleine Hülle: Die sichtbare Naht wird gleichzeitig zu einem gestalterischen Detail.
Je nach Tapete wähle ich das Nähgarn möglichst passend zur Farbe aus. Mal soll sich die Naht fast unauffällig einfügen, mal darf sie das Muster ein wenig einrahmen.
So bekommt jedes Tapetentäschchen seinen eigenen Charakter.
Klein, flach und überraschend vielseitig
Mit etwa 9 × 7,5 cm sind die Hüllen bewusst klein gehalten.
Sie brauchen kaum Platz und eignen sich wunderbar für Dinge, die in einer großen Geschenkverpackung beinahe verloren wirken würden: Schmuck, ein gefalteter Geldschein, eine kleine Nachricht oder andere persönliche Schätze.
Gerade diese kleinen Geschenke sollen besonders schön verpackt sein. Und wertvoll muss nicht groß sein.
Klettverschluss Ton in Ton
Auch der Verschluss sollte sich möglichst selbstverständlich in die Gestaltung einfügen.
Deshalb verwende ich kleine Klettstücke, deren Farbe ich passend zur jeweiligen Tapete auswähle und dann auf die Tapete nähe. Die Hülle lässt sich dadurch unkompliziert öffnen und wieder schließen – und kann nach dem Verschenken weiterverwendet werden.
Die Kleinen kommen groß raus
Ein kleiner Knopf auf der Vorderseite setzt schließlich den letzten Akzent.
Auch hier darf ich wieder in meiner Knopfsammlung stöbern und die kleinsten Knöpfe auswählen, die sonst oft weniger Aufmerksamkeit bekommen: Welche Farbe passt? Darf der Knopf farblich auffallen oder soll er sich fast im Muster verstecken?
Genau diese Entscheidungen machen für mich aus einem Reststück ein kreatives Einzelstück.
Du brauchst
- hochwertige Tapetenreste
- Tapetenmuster aus Musterkollektionen
- Klettband
- Nähgarn
- kleine Knöpfe
Meine Tipps für dieses Projekt
Nähen von Tapete
Wer selbst einmal Tapete vernähen möchte, sollte vorher an einem Reststück ausprobieren, wie sich das Material unter der Nähmaschine verhält.
Anders als Stoff verzeiht Tapete einen Stich nicht: Jedes Einstichloch bleibt sichtbar.
Ich nähe deshalb lieber ruhig und möglichst in einem Zug und achte besonders auf einen gleichmäßigen Abstand zur Kante.
Gerade diese sichtbare Naht macht anschließend aber auch den Reiz aus.
Stilwelten von Vliestapeten – unzählige Möglichkeiten
Durch unterschiedliche Oberflächenstrukturen und Motive der Vliestapeten können vielfältige Geschenktaschen-Designs entstehen. Mal haben die Tapeten eine textile, fast stoffliche Oberfläche und mal florale Muster auf glatter Oberfläche.
Die Knöpfe setzen kleine Akzente und unterstreichen den Charakter der jeweiligen Tapete. Von klassisch über modern bis verspielt – jede Kombination wirkt ein wenig anders.
Verschluss
Geschlossen wird die kleine wie die große Geschenkhülle unauffällig mit einem Klettverschluss auf der Innenseite. So bleibt der Knopf das sichtbare Gestaltungselement, während die Hülle gleichzeitig praktisch und sicher verschlossen werden kann.
Ich habe außerdem einige Muster mit aufzuklebenden Schaumklebepads ausprobiert. Auch diese Möglichkeit funktioniert. Nach häufigem Öffnen und Verschliessen lässt die Wirkung des Klebers jedoch nach.
So entsteht die Naht
In einer kurzen Sequenz kannst du sehen, wie ich mit der Nähmaschine die gefalteten Tapetenstücke zusammennähe.
Entdecke den Tapetenschatz
Wenn du neugierig geworden bist, findest du die kleinen, genähten Geschenkhüllen auch in meinem Etsy-Shop: NachhaltigInForm:
Vielleicht lässt du dich von deinen vorhandenen Schätzen inspirieren und fertigst aus kleinen Rest-Materialien ein erstes individuelles Einzelstück an – als Geschenkverpackung und gleichzeitig schöne Aufbewahrung für kleine Lieblingsstücke.
Ute Karl
An diesem Projekt mag ich besonders, dass selbst kleinere Tapetenstücke und kleine Knöpfe noch eine Aufgabe bekommen können.
Ein Stück Tapete. Ein Rest Klettband. Etwas Garn. Ein einzelner Knopf.
Materialien, die für sich genommen vielleicht unscheinbar wirken – und zusammen eine kleine wiederverwendbare Geschenkhülle ergeben.
Tapetenschatz eben.


